Energylandia

Energylandia stand schon lange auf meiner Liste der Parks, die ich gerne besuchen würde. Da jedes Jahr neue Achterbahnen für das darauffolgende Jahr angekündigt wurden, wartete ich einfach immer länger mit meinem Erstbesuch. So langsam war es dann aber doch an der Zeit. Mittlerweile waren es schon 15 Achterbahnen und momentan bauen sie ja wieder an 3 neuen. Also höchste Zeit, um mal nach Polen zu gehen. Zur Wahl stand Auto oder Flugzeug. Mit dem Auto hätte ich von mir daheim bis zum Energylandia 8,5 Stunden gebraucht inklusiver Durchfahrt durch ganz Tschechien von West nach Ost. Das dauerte mir zu lange bzw. bei solch einer Autofahrt hätte ich dann auch noch gerne die umliegenden Alpines mitgenommen und dafür hätte man wieder mehrerer Tage gebraucht. So fiel die Wahl auf den Flieger. Von Stuttgart aus konnte man sehr günstig mit Ryanair nach Krakau fliegen, allerdings nur dienstags, donnerstags und samstags. Damit war klar, dass wir Samstag hin und Dienstag zurück fliegen und vor Ort 2,5 Tage für die Parks haben würden.

Am zweiten Tag in Polen war leider morgens nicht so schönes Wetter. Deshalb ging es erst einmal mit Regenhose in den Park. Diese war wegen der sehr nassen Wasserachterbahn von Intamin sowieso im Gepäck. Die große Frage war jetzt in welcher Reihenfolge man am besten die Achterbahnen fährt. Der Anfang war recht einfach. Hyperion liegt am Eingang und war neben Zadra der Grund, wieso man ins Energylandia fährt. Der Coaster wurde ziemlich gehyped und so dachte ich, dass die Fahrt wohl sehr gut sein würde. Das konnte ich allerdings nicht bestätigen. Innen fährt es sich ja noch ganz okay, aber auf den äußeren Sitzen ist das absolut nicht das, was ich von einer guten Achterbahn erwarte. Wir sind direkt danach nochmal gefahren. Vielleicht ist es ja vorne viel besser als hinten. In der Tat war die erste Reihe angenehmer. Auch am nächsten Tag gaben wir Hyperion noch ein paar Chancen. Wenn es nicht so rappelig fahren würde, vor allem auf den äußeren Sitzen, wäre es ja wirklich eine richtig gute Achterbahn. Nach der Fahrt ging es der Reihe nach weiter. Nach dem Energus Roller Coaster fuhren wir die eindeutig schlechteste Achterbahn im Park: Viking Roller Coaster. Den Boomerang haben wir wegen zuviel Andrang übersprungen und sind direkt weiter zum SLC. Normalerweise freut man sich nicht wirklich, wenn man solch ein Modell fahren darf. Da aber die bösen Schulterbügel von Westen abgelöst wurden, konnte man den Roller Coaster Mayan sehr gut fahren. Das nächste Ziel war Zadra. Auch hier waren die Meinungen, die ich über die Bahn gelesen hatte, alle gut.  Vor der Fahrt wurde aber noch der kleine Draken mitgenommen. Der Blick ging hierbei aber immer zu Zadra. Die Konstruktur ist einfach nur herlrich zum Ansehen. Ich könnte mich hier Stunden verweilen und nur Fotos aus jedem denkbaren Blickwinkel machen. Allein der Zero G Stall, einfach mega. Bis man endlich in der Station ankommt, hat man auch genug Zeit sich schon mal mit optischen Eindrücken eine gewisse Vorfreude aufzubauen. Am 2. Tag stoppten wir mal die Zeit, die man vom Eingangsschild bis in die Station braucht. Das Ergebnis waren 7 Minuten und 800 Schritte. Nach der Enttäuschung mit Hyperion, war ich  gespannt, wie sich Zadra tatsächlich fahren wird und wie weit sie es in meinem RMC Ranking nach vorne schaffen würde. Ich bin kurz zuvor Untamed gefahren und war davor in Amerika. Dort konnte ich wieder Steel Vengeance fahren, die bisher noch keine andere Bahn abgelöst hat. Auch Zadra hat das nicht geschafft, landet aber direkt auf Platz 2 vor Untamed. Im Energylandia ist das aber für mich eindeutig die beste Bahn. Das einzig negative ist der ewig lange Weg bis zur Station und dass man auch bei absoluter Leere nicht einfach sitzen bleiben kann. Sonst wären es hier auf jeden Fall viel mehr Fahrten geworden. Der First Drop ist einfach mega und der restliche Streckenverlauf wird mit richtig viel Tempo durchfahren. Es gibt keine Schläge, die Fahrt ist durch und durch angenehm, egal wann und wo man fährt. Bei Zadra kann man leider auch nicht sagen, dass RMC die alte Bahn aufgewertet hat, da sie komplett neu geschaffen wurde. Dadurch war man in der Gestaltung komplett frei und musste sich nicht an bestehende Holzkonstruktionen halten.
Da sich das Wetter langsam besserte entschieden wir uns noch Speed zu fahren und dann unsere Regenhosen ins Auto zu bringen. Ich war sehr froh, dass ich so eingepackt war. So war nach der Fahrt lediglich mein rechter Schuh etwas nass. Weiter ging es mit Happy Loops und dem Frutti Loop Coaster.  Happy Loops ist ein Spinning Coaster der Kategorie 3 Loop. Also mehr Strecke, deswegen aber nicht unbedingt viel besser. Der Frutti Loop Coaster enthält auch keine Looping, es verbirgt sich ein sehr schön thematisierter Big Apple dahinter. Danach war endlich Zeit für Essen. Frei nach dem Motto “Es kostet ja nichts” haben wir ordentlich zugeschlagen.

Das Essen war gut und wir waren satt und bereit die restlichen sechs Achterbahnen zu fahren. Mit zwei weiteren SBF Visa Coastern ging es weiter. Mars und Circus Coaster. Beide nicht sonderlich spannend, aber auch nicht schlecht. Es folgt der zuvor ausgelassene Family Boomerang von Vekoma. Eindeutig besser als die alten Boomerangs. Hier hat man Spaß während der Fahrt und man bekommt auch keine Kopfschmerzen. Wobei sich die umgerüsteten Boomerangs ja auch gut fahren. Generell finde ich auch die Family Boomerangs besser als die Suspended Family Coaster von Vekoma. Der Dragon Roller Coaster fuhr sich aber auch gut. Für mehr Spaß und Thrill sorgte dann der Launchcoaster Formula, ebenfalls von Vekoma. Von 0 auf fast 80km/h in zwei Sekunden ist schon schön. Ich mag Abschussachterbahnen ja ohnehin am liebsten. Auch hier bin ich froh über die neuen Bügel. Vekoma baut immer mehr richtig gute Achterbahnen. Das Energylandia wird hierbei so langsam zum Ausstellungspark mit mittlerweile sechs Achterbahnen und weiteren drei, die folgen. Auch Frida stammt von Vekoma. Dieses Mal handelt es sich um einen Junior Coaster. Da wir ja wieder im hinteren Bereich angekommen waren und Frida die letzte uns fehlende Achterbahn war, fuhren wir natürlich noch ein paar Runden Zadra. Auf dem Weg zurück zum Auto machten wir noch einen Stopp bei Formula.

Nachfolgend Bilder der Achterbahnen in der Reihenfolge, in der wir sie gefahren sind. Die oben gezeigten Wartezeiten änderten sich den ganzen Tag über kaum. Mehr als 5 Minuten musste man nirgends warten. Lediglich zu Parkbeginn kam es zu Wartezeiten, weil wir da anfangs noch mit der “Masse” gelaufen sind. Später war überall walk-on. Oft dauert der Weg zur Achterbahn länger als die Fahrt selbst und sitzen bleiben ist dort auch ein Fremdwort.

 

Hyperion

 

Energus Roller Coaster

 

Viking Roller Coaster

 

Roller Coaster Mayan

 

Draken

 

Zadra

 

Speed

 

Happy Loops

Wie sich herausstellte, habe ich davon gar kein Bild gemacht. Ich weiß jetzt leider auch nicht mehr warum. Ich war mir sicher, dass ich davon eins hätte.

 

Frutti Loop Coaster

 

Mars

 

Circus Coaster

 

Boomerang

 

Dragon Roller Coaster

 

Formula

 

Frida

 

Abschließend wie immer noch weitere Bilder aus dem Park. Im Energylandia wird nicht soviel Wert auf  eine Gesamt – Thematisierung gelegt. Es ist eher wie in Cedar Point eine “Betonwüste”. Die Achterbahnen sind zwar schon jede für sich thematisiert, aber es sind keine einzelnen Themenbereiche erkennbar. Einige der Attraktionen haben auch einen Sponsor, wie das Rafting oder der Energus Coaster. Bäume und Grasflächen sind zwar vorhanden, aber es gibt keine separaten Blumenbeete oder ähnliches. Mich persönlich stört das aber nicht. Bei den Erweiterungen hingegen gibt es Themenbereiche. Das sieht man bei Zadra und der mittelalterlichen Umgebung und das wird jetzt auch mit dem nächsten neuen Themenbereich Aqualantis so sein. Mit momentan 15 Achterbahnen sind es zwar viele Achterbahnen, aber so richtig richtig gut ist für mich nur Zadra. Bis auf Viking gibt es allerdings auch keine richtig schlechte Achterbahn. Energus, Boomerang, Formula und Frida sind alles Bahnen, die Spaß machen und die man auch gerne problemlos eine Stunde am Stück fahren könnte. Diese sind auch für Familien gut geeignet. Hyperion ist ganz ok, wenn man innen fährt, aber da möchte ich jetzt keine Stunde ERT drauf haben. Ich bin gespannt, wie es mit dem Park weiter geht, wenn er keine Subventionen mehr von der EU bekommt.
Am ersten Tag haben wir noch kurz vor Parkschluss einen Abstecher ins Zatorland gemacht.

 

Die offizielle Homepage

Datum des Besuchs: 08.-09. September 2019

Hinflug: Stuttgart – Krakau  Abflug 10:10Uhr, Ankunft 11:45Uhr, Ryanair (Laudamotion)

Rückflug: Krakau – Stuttgart  Abflug 08:50Uhr

Hotel 07.-10.09.2019: Hampton by Hilton in Oswiecim